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Jagdgebrauchshundeverband e.V.      Fédération Cynologique Internationale

Mein Zuchtziel:

Mein Ziel und Wunsch ist es, gesunde, wesensfeste Toller zu züchten, die mit Begeisterung, Talent und Ausdauer arbeiten, vielseitig "verwendbar" sind und dem Rassestandard auch optisch möglichst nahe kommen.

Ich hoffe, dass mir dies überwiegend gelingen mag - Zucht ist und bleibt, bei noch so sorgfältiger Auswahl der Zuchttiere, ein Spiel mit Natur und Zufall. Niemand kann Garantien für bestimmte Eigenschaften geben (z.B. Aussehen / Gesundheit / spätere Eignung als Zuchthund), das wäre schlichtweg unseriös.

Ich wünsche mir, den Spaß und die Freude, die es macht, einen gut veranlagten Toller auszubilden, mit meinen Welpen weiter geben zu können. Es ist einfach ein Genuß, mit einem Hund zu arbeiten, der von sich aus schon fast alles mitbringt und selber anbietet, was man von ihm wünscht. Neben den Arbeitsanlagen ist es mein Ziel, Hunde zu züchten, die in Aufbau, Struktur und Typ korrekt sind und damit auch im Ausstellungsring erfolgreich sein können. Der Rassestandard des Tollers definiert sich in größten Teilen über die Funktion des Hundes, der als Jagdhund, im Speziellen für die Jagd am Wasser, für körperliche Leistung vorgesehen ist. Daher sind die Idealvorstellungen in Aufbau und Struktur des Tollers untrennbar mit seiner optimalen körperlichen "Funktion" verbunden. Der Rassestandard des Tollers ist frei von jeglichen Übertreibungen und auf einen gesunden, ursprünglichen, fitten und leistungsstarken Hund ausgerichtet. Dementsprechend lege ich großen Wert auf den korrekten Körperbau der eingesetzten Zuchttiere.
Es ist jedoch niemandem mit einem Prüfungs- oder Schönheitschampion gedient, der nicht gesund ist, oder der sich im Wesen problematisch verhält - weder den Besitzern des Hundes, noch dem Hund selbst, noch der Rasse. Gesundheit und ein sicheres, alltagstaugliches Wesen müssen daher immer an erster Stelle angestrebt werden.

Wie aus meinem Kennelnamen zu ersehen ist, ist mir "Dual Purpose" ein besonders Anliegen. Darunter versteht man, dass ein Hund gleichermaßen bei seiner "Arbeit" wie auch im Showring brillieren kann. Ein guter "dual purpose"-Retriever kann an einem Tag mit gutem Resultat eine Arbeitsprüfung ableisten oder fleißiger und ausdauernder Gefährte auf einem langen Jagdtag sein, und am nächsten Tag mit vorzüglichem Ergebnis auf einer Ausstellung platziert werden.

Dies ist ein ambitioniertes Ziel, aber wie sagte mal eine sehr erfahrene Tollerzüchterin zu mir: "Wenn das Zuchtziel schon ein Kompromiß ist, kann das Ergebnis höchstens Mittelmaß sein!" ;-) Da es beim Toller zum Glück keine ausgesprochene Spaltung in sogenannte "Arbeitslinien" und "Schönheitslinien" gibt, ist es auch ohne Weiteres möglich, dieses Ziel zu verfolgen.

Wesen:

Ich strebe Toller mit einem freundlichen und aufgeschlossenen Wesen an, die man, entsprechende gute Sozialisierung vorausgesetzt, unkompliziert überallhin mitnehmen kann und die sich unproblematisch in jede Situation des Alltages einfügen. Ein meinem Zuchtziel entsprechender Toller bringt die rassetypische, stete Aufmerksamkeit mit und ist stets zur Zusammenarbeit mit seinem Herrchen oder Frauchen bereit. Die gewünschte Sensibilität und "feine Antenne" sollte keinesfalls in übermäßige Scheu oder Ängstlichkeit / Unsicherheit umschlagen. Toller können sowohl kontaktfreudig und aufgeschlossen gegenüber Menschen sein, als auch zunächst die im Rassestandard beschriebene typische "Distanziertheit" (oder auch einfach "Gleichgültigkeit") Fremden gegenüber zeigen. Ich finde beides in Ordnung für einen Toller. Bei der Wahl des Deckrüden ziehe ich Toller vor, die gerne mit anderen Menschen Kontakt aufnehmen, ohne aber dabei aufdringlich zu sein. Mir liegen eher etwas robustere Toller als zu empfindliche "Prinzesschen".

Arbeitsanlagen:

Mir liegen Hunde, die eher etwas mehr "Dampf" haben und die wirklich gerne arbeiten wollen, die begeisterungsfähig und ausdauernd aktiv sind, die gefordert werden und Leistung zeigen wollen. Ich habe lieber Hunde, die man etwas bremsen muß, als solche, die man "anschieben" muß. Daher geht mein Zuchtziel in die Richtung "antriebsstarker Arbeitshund". Ein hohes Arbeitstempo und ein "style", der das Auge einfängt, machen für mich gerade den typischen Toller aus.
Paya auszubilden war ein Traum, sie brachte praktisch alles von "Haus aus" mit und zeigte sich als jagdlich absolut instinktsicherer Hund, dem man kaum etwas erklären musste. Als wahrer Apportier-Maniac brachte sie schon als Welpe alles zuverlässig in die Hand und nahm spontan jegliches Wild an. Auch auf Schweiß war Paya ein Selbstgänger. Sie war von Anfang an enorm führig und absolut auf mich konzentriert, egal, was um uns herum geschah. Mit ihrem Frauchen zusammen arbeiten zu dürfen ist für Paya das Allergrößte. Gleichzeitig ist sie im Haus völlig unauffällig und angenehm, und einfach in jeder Situation total "pflegeleicht". So wünsche ich mir auch ihre Nachkommen und hoffe, dass diese von Payas hervorragenden Anlagen, auch in den folgenden Generationen, etwas mit bekommen mögen.

Bei allem erwünschten Arbeitstrieb ist mir gleichermaßen wichtig, ausgeglichene und im Wesen stabile Toller zu züchten, die nicht hektisch und überdreht sind. Ein Toller sollte unbedingt auch einen "Ausschalter" haben und gut abschalten können, wenn gerade nichts läuft. Ein übermotivierter Hund, der vor lauter Arbeitsgier völlig durchdreht, laut wird und sich nicht mehr ruhig verhalten und konzentrieren kann, ist weder jagdlich noch für andere Arbeiten und Hundesportarten gut zu gebrauchen. Solche Hunde sind oft gestresst und schwierig zu handeln. Ein ausgeglichenes Wesen mit "Volldampf", wenn es gefragt wird, und Relaxtheit, wenn gerade nichts läuft, ist daher mein Ziel. Gerade dieses "on-off-on-off" ist für die Jagdart, die dem Toller seinen Namen gibt, unabdingbare Voraussetzung und sollte ihn typischerweise ausmachen .

Ich selbst wünsche mir in einem Toller "eingebauten" Apportiertrieb, natürliche Affinität zu Wild, hervorragende Nase, den Willen zur Zusammenarbeit mit seinem Führer, Lenkbarkeit, aber auch die notwendige "intelligente" Selbständigkeit, unbedingte Wasserfreude, Freude am Suchen, körperliche und nervliche Ausdauer und Belastbarkeit. Daneben sollte er eine gewisse Härte mitbringen (unwegsames Gelände, kalte Wassertemperaturen etc.). Von allen diesen Eigenschaften profitiert der Toller auch in anderen geeigneten, nichtjagdlichen Hundesportarten, und von vielen nicht zuletzt im täglichen Zusammenleben mit seinen Menschen und in seinem Lebensumfeld.

Aussehen:

Das Zuchtziel im Hinblick auf das Äußere ist in erster Linie durch den FCI-Standard vorgegeben. Dennoch hat jeder Züchter ein wenig seinen eigenen Typ und Geschmack, denn der Standard lässt eine gewisse "Spielbreite" und Auslegung zu. Da der Toller noch eine recht junge Rasse ist, streut er sehr stark im Aussehen. In diesem Rahmen setzt sich jeder Züchter seine besonderen Schwerpunkte, auf die er achten und die er in seiner Zucht etablieren möchte. Meinem Zuchtziel entspricht ein Toller, der größenmäßig im Rahmen des Standards liegt, der eine gute Knochenstärke und seinem Verwendungszweck angemessene Substanz und Bemuskelung mitbringt, und der vom Körperbau her auch größeres (Nieder-)Wild problemlos bewältigen kann. Ich schätze einen ausbalancierten, harmonischen Körperbau mit geradem, festem, nicht zu langem Rücken und nicht zu kurzen Läufen. Die Läufe sollten in der Draufsicht gerade gestellt sein wie Pfeiler, die Füße nicht ausdrehen. Ein dichtes, doppeltes Haarkleid mit guter Unterwolle ist von wichtiger Funktion. Besonders wichtig ist mir das Gangwerk, denn es ist die Voraussetzung für ermüdungsfreies, effektives Bewegen und Laufen, auch über einen langen Jagdtag. Gute Füße mit fest geschlossenen und gut aufgeknöchelte "Katzenpfoten" sind für ein lebenslanges unbeschwertes Laufen sehr wichtig.

Der Toller ist ein aktiver, sportlicher und agiler Hund, der Geschicklichkeit und Wendigkeit ausstrahlen soll, daher mag ich keine "schwerfälligen Würste". Er sollte beweglich und sportlich wirken, ohne dabei zu fein, zu schmal und zu leicht zu sein, und gleichzeitig Kraft, gute Bemuskelung und Substanz aufweisen, ohne dabei schwer zu wirken. Sein Gesicht sollte den rassetypischen, stets aufmerksamen und intelligenten Ausdruck haben. Auf Farbe und weiße Abzeichen hin züchte ich ausdrücklich nicht. Etwas korrekt platziertes Weiß ist das "I-Tüpfelchen" des typischen Tollers, aber es ist nicht erforderlich. Zuviel Weiß ("Überzeichnung") sollte vermieden werden.


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